Dr. Frank Hoffmann -- © 2002 HOFFMANN+LIEBENBERG GmbH
aus: ZMS-Handbuch, Kapitel 1 (Vorabveröffentlichung)
Download und mehr Infos: http;//www.zms-publishing.com
Das Dokument stellt ein modernes Content-Management-Framework vor, das auf Open-Source-Software
basiert und frei zugänglich ist. ZMS* ist hervorragend geeignet für Kliniken, Forschung, Institutionen und
internationale KMU; das System basiert auf den Beratungsansätzen von HOFFMANN+LIEBENBERG und legt die Schwerpunkte
auf die Einfachheit der Bedienung, die Effizienz in der Produktion und die Strukturiertheit der Daten.
* ZMS: ZOPE based content management for
science, technology and medicine
Die Zahl der Dokumente, die für das Internet-Publishing bereitgestellt werden, wächst enorm rasch und damit auch der Aufwand für die Verwaltung dieser Dokumente. In den letzten vier Jahren hat sich das Thema Contentmanagement und den damit verbundenen Themen (Dokumentenmanagement, Wissensmanagement) zum strategischen Entwicklungsfaktor auch für kleine und mittlere Unternehmen ausgeweitet und stellt mit den damit verbundenen Software-Produkten und Dienstleistungen einen bedeutsamen Markt dar.
Zu Beginn des Aufbaus einer üblichen Internetpräsenz handelt es sich aus der Sicht des Betreiber in der Regel um über eine überschaubare Dokumentzahl, die meist gemäß spezieller Anforderungen von Agenturen mit individueller Gestaltung und Struktur ausgestattet werden. Verbreitete Software-Tools für die Erstellung von Internet-Dokumenten sind Frontpage, Netobjects oder Dreamweaver. Solange es sich auf bei den Internet-Auftritten um kleine Sites im Sinne einer „Web-Visitenkarte“ handelt, ist der Einsatz solch flexibler Gestaltungstools durchaus sinnvoll (Kosten, Bedienbarkeit etc.).
Nachteil dieser Werkzeuge ist, dass Sie den Nutzer nicht zur Verwendung von einheitlichen Dokumentenmodellen anleiten und zudem die Zusammenarbeit von vielen Redakteuren nicht hinreichend koordinieren. Weiterhin ist eine Website-Verwaltung ab einer bestimmten Dokumentenmenge kaum mehr effektiv, sondern hier sind Lösungen erforderlich, die auf Datenbanken und homogenen Strukturen aufsetzen.
Der Vorteil von Contentmanagement- bzw. Webpublishing-Lösungen (CMS) macht sich ins-besondere dann bemerkbar, wenn Überarbeitungen der Website anstehen. Denn hier können u.U. sehr hohe Kosten und Zeitaufwendungen entstehen. Diese Faktoren verhindern insbesondere bei kleineren Unternehmen von Anfang an den Einsatz eines CMS.
Unabhängig von der Größe hält sich bei einer gut strukturierten Website der Aufwand für Restrukturierung und Redesign in Grenzen; dies betrifft insbesondere:
Aber auch bei der täglichen Arbeit sind die Vorteile eines
leistungsfähigen System deutlich spürbar:
Der Entstehungsprozess eines Internet-Dokumentes setzt
jedoch schon viel früher an:
In den verschiedenen Abteilungen entstehen diverse Dokumente, die für das Web-Publishing geeignet sind: Nachrichten, Analysen, Hintergrundberichte, Kundeninformationen etc. Diese Dokumente werden in der Regel mit MS-Word erfasst und auch gestaltet. Das vorgestellte Modell setzt bereits hier an und bietet auf Basis spezieller Dokumentvorlage die Voraussetzung für die online-gerechte Datenkonvertierung direkt aus der Textverarbeitung. Damit eigent sich das vorgestellte Konzept nicht für die Internet-Präsenz, sondern auch für die Archivierung und Pflege produktiver Daten im Intranet.
Das Ergebnis des clientseitigen Texterstellungsprozesses ist das im Internet-übliche Datenformat HTML; diese Daten werden in das Contentmanagement-System geladen und dort für die online-Präsentation verarbeitet, indem sie mit der nötigen Navigation und dem entsprechenden Design ausgestattet werden.
Das hier vorgestellte CMS-Modell schafft mit „ZMS“ ein effizientes Framework für das web-basierte Publizieren: die wesentliche Aspekte einer typischen Contentmanagement-Umgebung sind auf der Basis des open-source-Applicationservers ZOPE in Form des ZOPE-Produktes „ZMS“ programmiert worden. Die Software optimiert den Herstellungsprozess einer Website durch Minimierung der Produktionszeiten; hochgradige Standardisierung, Modularisierung und ein erprobter Ablaufprozess ermöglichen einen schnellen und nachhaltigen Projekterfolg.
Üblicherweise nimmt die Konzeption und die darauffolgende Anpassung einer CMS-Software erhebliche Aufwendungen in Anspruch; das durchgehend objektorientierte ZMS-Framework bringt vorgefertige Lösungen für die üblichen Fragestellungen und reduziert damit den Konzeptions- und Beratungs- und Anpassungaufwand. Das Framework bietet seine Lösungen für die üblichen Applikations-Schichten an:
Das CMS-Modell setzt auf einen crossmedialen Publishingansatz und orientiert sich beim Dokumentaufbau auf „sauberen“ Strukturen, die über entsprechenden XML-Transformationsmechanismus in für andere Medien taugliche Datenströme konvertiert werden können.
Die zugrundeliegenden Dokumentmodelle (Elementmodelle und Attribut/metatag-Modelle) orientieren sich an den W3C-Empfehlungen und sind open-e-book-kompatibel. Damit ist insbesondere ein rationelles Publizieren im wissenschaftlichen Bereich möglich, aber auch überall dort, wo der Inhalt im Vordergrund der Webpräsenz steht bietet das ZMS-Framework spürbare Vorteile beim Setup und der Dokumentpflege. Trotz einer Optimierung auf die Strukturierung von Inhalten bietet ZMS durch die Nutzung der leistungsfähigen Scriptsprachen Python und ZOPE-DTML eine sehr flexible Seitengestaltung und Anbindung externer Datenquellen.
Für den ASP-Einsatz von ZMS bringt die Mandanten-Fähigkeit enorme Vorteile: das ZMS-Framework ermöglich jedem Mandanten eine autonome Konfiguration und damit eine vollständig separierte Pflege. Damit kann eine Vielzahl unterschiedlichster Websites auf einem einzigen ZOPE-Server gehostet werden..
ZMS ist eine ZOPE-basierte Content-Management-Lösung, die für den Aufbau strukturierter Inhalte optimiert ist. Es erleichtert die redaktionelle Tätigkeit, weil es ein homogenes Konzept für die Strukturierung und die Erschließung von Internet-Dokumenten vorgibt. ZMS ermöglicht auch dem unbedarften Anwender das "One-Click-Publishing" durch die direkte Eingabe von Inhalten in ein Webformular.
Die Grundidee von ZMS ist es, ein einfaches Tool zur Verfügung zu stellen, mit dem man die Basics des Webpublishing mühelos umsetzen kann. Bei der Arbeit soll der Anwender nicht vom üblichen Feature-Ballast der aufwendigen Contentmanagement-Software-Pakete belastet werden. ZMS bietet ein Grundmodell, das sich aus der Praxis des Aufbaus von Websites mit mehreren Zehntausend Seiten ergeben haben.
Die zugrundeliegenden Prinzipien setzen die Homogenität der Seitenstruktur, den hierarchischen Aufbau der Website und die Pflegbarkeit der Inhalte deutlich vor die Gestaltung von Einzelseiten! Ein wichtiges ZMS-Prinzip ist die absolute Trennung von Inhalt, Layout und Design: Layout und Design sowie die damit verbundene Logik werden in sog. Templates gepflegt; diese speziellen ZOPE-Objekte werden „ausserhalb“ von ZMS gepfelgt und sind für den redaktionellen Anwender nicht sichtbar. Die Hauptaufgabe von ZMS ist es, Inhalte in einer pflegbaren Struktur abzulegen und den Prozess der Pflege möglichst einfach zu machen.
Die ZMS-Content-Objekte werden für jeden Mandanten zentral konfiguriert; die default-Konfiguration ist optimiert auf Kompatibilität und Verständlichkeit. Die überwiegende Zahl aller Websites lässt sich mit diesem Dokumentmodell abbilden. Für komplexe Dokumente erlaubt ZMS das Einführen beliebiger Text-Elemente und sog. Special-Objekts; letzteres sind frei bestimmbare Objekt-Aggregate, die für repetitiv strukturierte Inhalte (z.B. Mitarbeiterprofil, Termine etc.) besonders gut geeignet sind.
Der modulare Ansatz eignet sich insbesondere für den Aufbau gleichartiger Website-Architekturen; durch effiziente Variablisierung wird es möglicht, den Pflegeaufwand einer Website-Farm gering zu halten. Das ZMS-Dokumentmodell ist durchgehend mehrsprachig, so dass auch internationale Websites sehr effizient aufgebaut werden können.
Das ZMS-Framework setzt komplett auflizenzkostenfreier open-source-Software auf, und bedingt daher für den Betreiber keine diesbezüglichen Fixkosten. Das Framework kann grundsätzlich auf den Plattformen laufen, auf denen auch ZOPE lauffähig ist (Win32/NT, Linux, Solaris). Daher ist ZMS prädestiniert für den Einsatz als ASP-Software. Das Angebot des Application-Service-Providers an den Endkunden besteht darin, ein ausgefeiltes Publishing-Instrument mit minimalem technologischen Ballast zur Verfügung zu stellen: der Anwender kann sich auf die Erstellung und Präsentation seiner Inhalte konzentrieren und nutzt dabei gleichzeitig die Vorteile einer aufwendigen Infrastruktur des Rechenzentrums mit (Security, Connectivity, Backup, Performance).
Zudem erhält er bei kritischen Fragen den professionellen Support von erfahrenen Systemanwendern und –Betreibern vom Setup der Website, über den Betrieb bis hin zu speziellen Erweiterungen und Anbindungen (wie Datenbanken, Shops etc.)
Das ZMS-Framework bietet fertige Lösungsansätze für die wichtigsten Fragestellungen beim Aufbau und Betrieb einer content-orientierten Website:
Der Ansatz von ZMS unterstützt durch seine erprobten Strukturvorgaben einen raschen Aufbau der Website. Der Aufbau einer Website beginnt mit der Definition der Zielgruppe(n) und der Sammlung vorhandener bzw. erforderlicher Inhalte. Für die ersten Planungs-Schritte empfiehlt es sich, mit einfachen Struktogrammen und Zeichnungen die Hierarchie bzw. inhaltliche Struktur zu konzipieren.
Die Website setzt sich im Detail aus grundsätzlich verschiedenen Objekten zusammen:
Für diese Darstellungsoptionen bietet das ZMS-Modell eine
Vielzahl von Lösungsansätzen, die für eine effiziente Produktion auf der Basis
des inhaltlichen Konzeptes in einen standardisierten Setup-Prozess integriert
sind. Für den routinierten Aufbau von ZMS-Websites wird im Folgenden ein
Prozess in 10 Schritten vorgeschlagen, der einen möglichst reibungsfreien
Herstellungsprozess sicherstellen soll. Ein entscheidender Erfolgsfaktor dabei ist
die Kommunikation mit dem Endkunden: wenn dieser angemessen in den Entstehungs-Prozess
einbezogen wird und er die Kosten- und Qualitäts-Effizienz des Ansatzes
nachvollziehen kann, lässt sich ein iterativer Gestehungsprozess weitgehend
vermeiden und ein rationelles Ergebnis erzielen.
1. Check-Up: Anforderungsanalyse und standardisierte Bedarfsbeschreibung (gemäß check list)
2.
Concept:
a. Inhaltliche Struktur
b. Konzeptionelle Ausarbeitung des Dokument-/Attribut-Modells
c. Konzeptionelle Ausarbeitung des Design-Modells und Bestimmung der
Gestaltungsparameter (Farbschema, Typo, Seitenlayout, Navigationsmodell)
3.
Setup:
a. Technische Initialisierung des ZMS-Mandanten und Vorbereitung von
DNS-Eintrag bzw. Weberver-Konfiguration
b. Rohdesign durch einfachen Import der Basis-Templates nach Gestaltungsmodell
4.
Configuration:
a. Konfiguration der Attribute (Metadaten) und Zuordnung der Attribute zu
den Standard-Objekten
b. Konfiguration der erforderlichen Spezial-Objekte
c. Konfiguration der Text-Elemente und HTML-Korrelate
d. Konfiguration des Designs per CSS (Farben, Typo)
5. Layout/templates: Anpassung der Layoutkonstruktion und Anpassung/Programmierung der Templates
6. Design/templates: Ausarbeitung der Layout-Grafiken, präzise Umsetzung des Designs mit Verfeinerung der Layoutkonstruktion und Anpassung/Programmierung der Templates
7.
Content proofing: Aufbau einer inhaltlichen
Grundstruktur (Rubriken mit entsprechender Attributierung und Anlegen von
Dummy-Dokumenten)
Der Aufbau der Inhalte kann nach Schritt 7 erfolgen!
8.
User/Roles:
a. Einrichten der redaktionellen Nutzer (Admin, Redakteur und Autor)
b. Einrichten von closed-user-Rubriken (für passwortgeschützten Lese-Zugriff)
9. Applications: Entwicklung bzw. Integration von Applikationen
10.
Finalizing:
a. Finalisierung von Designs per CSS (Farben, Typo) und Layout
b. Sicherstellung der korrekten Webserver-Konfiguration und „Live-Stellung“
Die Ckeck-Liste dient im ersten Projektschritt zu schnellen Erfassung der wichtigsten Rahmenbedingungen für die Produktion der Website:
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1.
Pflegen
Sie die Templates selbst? |
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2.
Ist
die inhaltliche Struktur definiert? |
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3.
Sind
die Inhalte/Dokumente vorhanden, in welcher Form liegen sie vor? |
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4.
Wieviel
Dokumente werden erwartet? |
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5.
Ist
das Design definiert? Sind grafische bereits Assets vorhanden/verwendbar? |
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6.
Welche
Speziellen Dokumente/Objekte sind anzuraten (Gibt es häufige strukturelle
Wiederholungen)? |
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7.
Welche
Metatags werden benötigt? Gibt es besondere bibliographische Anforderungen? |
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8.
Welche
Anforderungen bestehen an das Layout (Browser, Behinderte, Geräte)? |
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9.
Ist
die Verwertung der Inhalte in Druckwerken geplant? |
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10.
Ist
eine redaktionelle Kontrolle durch verschiedene Personen erforderlich
(Freigabeprozess)? |
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11.
Wieviele
Personen (Rollen: Autor / Red. / Admin / Producer) arbeiten im System? |
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12.
Wieviel
Traffic/Serverlast wird erwartet? |
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13.
Werden
geschützte Bereiche (für unterschiedliche Zielgruppen) benötigt? |
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14.
Sind
interaktive Anwendungen erforderlich (Forum, newsletter, voting/Umfragen)? |
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© 2002
HOFFMANN+LIEBENBERG GmbH; 31.05.2002
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